MATRA MS120 GEFAHREN VON HENRI PESCAROLO, JEAN-PIERRE BELTOISE & CHRIS AMON  IN DEN JAHREN 1970 BIS 1972

 

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TEXT UND FOTOS VON KLAUS EWALD, STEFFEN SCHULZ UND RESEARCHRACING ARCHIVES

 

Das Unternehmen Matra (für Mècanique Avion TRAction) wurde bereits 1941 gegründet; unter der Regierung von General de Gaulle und dem Aufbau der französischen Atomstreitmacht stieg Matra zu einem der weltweit führenden Technologiekonzerne mit den Geschäftsfeldern Luft-und Raumfahrt, Rüstung, Telekommunikation und Elektronik auf. Der Automobilsektor machte nur rund fünf Prozent vom Umsatz aus. Aus Gründen der internationalen Konzernpolitik war es nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1969 mit Jackie Stewart zur Trennung vom langjährigen Partner Ken Tyrrell gekommen, mit dem man seit den alten Tagen in der Formel 3 Mitte der sechziger Jahre, mit Cosworth-Motoren,  stets zu beiderseitigem Vorteil zusammengearbeitet hatte. Für 1970 konstruierte Bernard Boyer einen reinrassigen französischen Nationalrennwagen, den Matra MS120  mit dem hauseigenen, infernalisch kreischenden V12 Motor. Der MS120, von dem es bis Ende 1972 die Versionen A bis D gab, war wie seine Vorgänger  (MS10/11 ,  MS80 und MS84 mit Allradantrieb) genauso innovativ, aber nicht viel besser verarbeitet .  Die Fahrer Henri Pescarolo, (wegen seines gift-grünen Helms mit einem entsprechenden Streifen auf der Fronthaube) und Jean-Pierre Beltoise waren beide  in einem früheren Stadium ihrer Karriere mit schwersten Unfällen konfrontiert. Pescarolo verunglückte 1969 in Le Mans mit einen ultraflachen, sechs Meter langen Matra Sportwagen und zog sich schwere Brandwunden im Gesicht  zu, die er seitdem teilweise  hinter seinem Vollbart verbirgt. Beltoise wurde beim 12 Stunden Rennen von Reims nach einem Horrorunfall  mitten in der Nacht am Streckenrand einfach liegengelassen, weil die Streckenposten glaubten, er sei tot. Sechs Tage im Koma, danach blieb sein linker Arm ob der Trümmerfraktur nahezu unbeweglich; die Ärzte stabilisierten ihn so, dass ich ein Lenkrad halten konnte. Der MS120 erreichte in seiner Zeit eine Reihe guter Platzierungen, aber ein Sieg wurde oftmals nur ganz knapp verfehlt, ehe sich Matra Ende 1972 werkseitig aus dem Grand Prix Sport zurückzog, um sich auf Sportwagenrennen und Le Mans zu konzentieren. Der Matra V12 gewann erst 1977 in Anderstorp/Schweden   in einem Ligier-Chassis mit Jacques Laffite seinen ersten Grand Prix. Noch einmal wurden Pescarolo und Beltoise Teamkollegen, 1974 im erzkonservativ-britischen Team von B.R.M., wo Beltoise 1972 in Monaco auch den einzigen Grand Prix seiner Karriere gewann. Der 33 -fache Le Mans-Rekordteilnehmer Henri Pescarolo, der seit einiger Zeit an eine mysteriösen Gesichtslähmung leidet, war viele Jahre lang mit einem kleinen Sportwagen Team (Pescarolo Judd) der grosse Herausforderer der Konzerngiganten Audi und Peugeot an der Sarthe. Jean-Pierre Beltoise, der in zweiter Ehe mit Jacqueline Cevert verheiratet ist (seine erste Frau Eliane starb 1966 bei einem Verkehrsunfall), bemühte sich mit grossen Einsatz  um die Rückkehr des Grand Prix von Frankreich in den Formel 1-Kalender.

 

 

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