DER EHEMALIGE  MERCEDES UND PORSCHE GRAND PRIX FAHRER  HANS HERRMANN FEIERT 90. GEBURTSTAG

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Als Sieger abzutreten ist gar nicht so leicht. Da muss man los lassen können vom Ruhm, der Präsens in der Öffentlichkeit und möglicherweise auch von einem Teil des materiellen Wohlstandes. Hans Herrmann hatte, ausgerechnet gegen Jacky Ickx, 1969 in Le Mans nur um wenige Sekunden verloren. Da war nach all den Jahren im Sportwagen noch eine grosse Rechnung offen. Für das folgende Jahr war Richard Attwood, zuvor bei B.R.M.  heftigst in die Schusslinie geraten, bei Porsche Salzburg ein durchaus adäquater Partner. Porsches erster Gesamtsieg an der Sarthe, im wunderschönen rot-weiss-roten 917, war zeitgleich Hans Herrmanns letztes Autorennen überhaupt. Denny Hulme, mit Formel 1, CanAm und Indianapolis 500  für McLaren gewiss nicht unterbeschäftigt, hat Hermanns Cockpit dann mitten in der Saison übernommen in einem Jahr, in dem die internationale Motorsport-Gemeinschaft gleich um drei Weltklasse-Piloten trauern musste. Hans Herrmann hatte das Versprechen gegenüber seiner Frau, nach einem Le Mans-Sieg sofort und unwiderruflich aufzuhören, konsequent eingehalten. Sein öffentliches Ansehen hat das nur vergrössert. Die nachfolgende Karriere als mittelständischer Unternehmer war geprägt von einer Solidität, wie sie für einen Schwaben typisch ist. Als Grand Prix Fahrer hätte Herrmann sicherlich mehr erreichen können, wäre er in seinen jungen Jahren, als Benjamin im Mercedes Team an der Seite der älteren Herren Fangio und Kling, nur etwas disziplinierter gewesen. Neubauer, der ursprünglich hatte Schauspieler werden wollen, wusste schon wie Zucht und Ordnung herzustellen waren. Auch Herrmann legte er so einmal an die Kette, indem er ihn zur Übernachtung in sein eigenes Hotelzimmer zitierte. Geschlafen wurde in einem Doppelbett.

 

 

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